Die Orgeln der Ev. Stadtkirche Stuttgart-Vaihingen

 

Die Hauptorgel

wurde 2018  von Orgelbau Mühleisen ausgereinigt, überholt und neu intoniert.

 

 

 

Disposition (Stand vor der Renovierung)

Hauptwerk I. Manual

Schwellwerk II. Manual

 

Prinzipal 8'

Quintade 16'

 

Gedeckt 8'

Flöte 8'

 

Oktave 4'

Salizional 8'

 

Rohrflöte 4'

Prinzipal 4'

 

Superoktave 2'

Koppelflöte 4'

 

Quinte 2 2/3'

Nasat 2 2/3'

 

Mixtur 5-6 fach 2'

Waldflöte 2'

 

Dulzian 16'

Terz 1 3/5'

 

Trompete 8'

Sifflöte 1'

 

Tremulant

Septime 2fach

 
 

Mixtur 6fach 2'

 
 

Horn 8'

 
 

Tremulant

 
 

Kronpositiv III. Manual

Gedecktpommer 8'

Gemshorn 4'

Prinzipal 2'

Quinte 1 1/3'

Zimbel 3fach 1'

Rohrschalmei 8'

Tremulant

 

Pedalwerk

Violonbaß 16'
Subbaß 16'
Quinate 16'*
Oktavbaß 8'
Flöte 8'*
Rohrgedeckt 4'
Choralbass 4'
Hintersatz 4'
Posaune 16'
Horn 8'*
Clarine 4'
Tremulant (Kleinpedal)
* Transmissionen aus dem Schwellwerk

 

 

 

Die Orgel der Vaihinger Stadtkirche zeigt in ihrem heutigen Zustand 150 Jahre württembergische Orgelbaugeschichte vom noch im traditionellen Kunsthandwerk wurzelnden Orgelbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts über die Entwicklung zur industriell hergestellten „Fabrikorgel“ der Epoche von ca. 1900 – 1950, dann den Versuch der „Orgelbewegung“, das Ideal der oberton-gesättigten Barockorgel wiederzugewinnen, sowie die Rückbesinnung auf kunsthandwerkliche Verfahren, für die in erster Linie die Schönheit des eigentlichen Klanges im Vordergrund steht.

Diesem Ziel ist die Sanierung von 1998 einen wesentlichen Schritt näher gekommen So haben wir heute in der Stadtkirche das, was oft abschätzig als „Kompromiss-Orgel“ bezeichnet wird, was aber im konkreten Fall eine Fülle an Klang- und Musiziermöglichkeiten bereitstellt, mit denen ein großer Bereich alter und neuer Orgelliteratur darstellbar ist. Hinzu kommt, dass die Akustik der Stadtkirche mit ihren Säulen und Gewölben den Klang der Register veredelt und lebendig macht, und so das Instrument im Zusammenklang mit der Architektur alle etwas vom „Morgenglanz der Ewigkeit“ erahnen lässt, die bereit sind, mit offenen Ohren und Herzen zuzuhören. Von den auf drei Manualen (Hauptwerk, Schwellwerk, Kronpositiv) verteilten 35 Registern sind die wertvollsten zweifellos die „historischen“ , aus der „Schäfer-Orgel“ von 1860 bis heute erhaltenen:

Gedeckt 8' im Hauptwerk, der Violonbaß 16' im Pedalwerk, das Gemshorn 4' im Kronwerk sowie die beiden Schwellwerksregister Salizional und Horn 8'. Zwei zusätzliche Glanzlichter stellen die Mühleisen-Register von 1998, Gedacktpommer 8' und die Rohrschalmei 8' im Kronwerk dar.

Eine besondere Freude bereitet der im Jahr 2004 installierte „Zimbelstern“, dessen Einsatz in den Weihnachtsgottesdiensten jedes Jahr wieder von Groß und Klein erwartungsvoll herbeigesehnt wird.

Der insgesamt eher abgedunkelt-vornehme Grundklang der Vaihinger Orgel macht sie besonders geeignet für die Orgelliteratur des 19. Jahrhunderts. So ergibt sich mit der neugotischen Kirche und ihrem Instrument eine Einheit von Raum und Klang, wie sie in Stuttgart nur selten anzutreffen ist.

 

Geschichte in Stichworten

1860 Neubau durch Schäfer, Heilbronn

1933 Umbau

1945 Erweiterung auf drei Manuale (Weigle Echterdingen)

Prospektgestaltung von Walter Supper, Klangkonzept Prof. Herbert Liedecke

1962 Generalinstandsetzung durch Walcker, Ludwigsburg

1972 Erneuerung der Spieltisch- und Gebläseanlage sowie Einbau neuer Register durch Fa. Plum, Marbach

1998 erneute Sanierung, Neu-Intonation und neue Register durch Mühleisen, Leonberg

2004 Zimbelstern